Kanu-Rennsport

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Was ist Kanurennsport? 
Beim Kanurennsport geht es darum, eine bestimmte Strecke auf geradem Gewässer zu fahren und dabei so schnell wie möglich ins Ziel zu gelangen. Die Strecke besteht in der Regel aus neun Bahnen, die durch Bojen gekennzeichnet sind. Absolviert wird die Strecke nicht nur alleine im Boot sondern auch in 2er- und 4er-Mannschaftsbooten. Übliche Wettkampfdistanzen sind die 200m-Sprints, 500m- & 1000m-Mittelstrecken sowie die Langstreckenrennen über 2000m & 5000m, die in Rundkursen als Massenstart gefahren werden.
Das Kajak - neben dem selteneren, im Knien gefahrenen Canadier-Boot - wird im Sitzen gefahren. Im Heck befindet sich ein Steuer, das mit den Füßen bedient wird. Kajaks werden heute bevorzugt aus Kohlefaser, Carbon und anderen Kunststoffen in hochprofessionellen Verfahren hergestellt, aber auch Mahagoni-Holz ist nach wie vor verbreitet.
Der Paddler taucht sein Doppelpaddel wechselseitig ein, um das Boot vorwärts zu bewegen. Hierfür sind eine gute Ausdauer, Kraft in Armen und dem Rücken, sowie eine gute Koordination und Balance notwendig. Die Paddel bestehen ebenfalls aus leichtem Carbon und sind je nach Typ tropfenförmig oder stärker verwrungen, um möglichst viel Vortrieb im Wasser zu erzeugen.

Wettkämpfe 
Der Kanurennsport ist - neben dem Kanuslalom - eine der beiden olympischen Sparten des Kanusports. Außerdem gibt es jährlich Welt- und Europameisterschaften, mehrere Weltcup-Rennen für die Nationalmannschaften (z.B. in Duisburg), Deutsche Meisterschaften, Gruppenmeisterschaften (unterteilt in Nord, Ost, Süd und West) und Landesmeisterschaften. Auch die älteren Jugendlichen kämpfen schon um die Weltmeisterschaft, um die Europameisterschaft in ihrer Klasse oder haben die Möglichkeit an den sog. Olympic Hope Games teilzunehmen. Hinzukommen kleinere lokale Regatten aber auch internationale Regatten auf Vereinsebene.

Nationale Meisterschaften 
Deutsche Meisterschaften werden vom Deutschen Kanu-Verband seit 1919 veranstaltet und finden jährlich an unterschiedlichen Austragungsorten wie München, Hamburg oder Köln statt. Insgesamt werden in über 100 Klassen die Deutschen Meister ermittelt, bei den Frauen und den Männern, den Kajaks und den Canadiern, von den 13-&14-jährigen Schülern bis zu den Leistungsklassefahrern. Teilnehmen kann nur, wer sich bei den Gruppenregatten Nord, Ost, Süd oder West qualifiziert hat, indem er das Finale der 9 besten Boote erreicht hat. Das Finale wird zuvor über Vorläufe und Halbfinals ausgefahren, wobei sich immer die vorderen Plätze für die nächste Runde qualifizieren. Bei den älteren Jugendlichen bilden die einzelnen Bundesländer für die Deutsche Meisterschaft Auswahlteams der besten Fahrer, um im Verbund die stärksten Mannschaftsboote an den Start zu bringen.

Weitere Regatten 
Weiterhin gibt es zahlreiche kleinere Regatten ohne Meisterschaftscharakter. Gerade für die jungen, frischen Sportler sind diese optimal um erste Erfahrungen zu sammeln. Für die jüngsten Sportler gibt es sog. Schülerspiele, mit einer kurzen und einer langen Strecke oder einem Geschicklichkeitsparcours im Boot. Für die Heranwachsenden folgt dann der Kanumehrkampf, bestehend ebenfalls aus zwei Paddelstrecken, athletischen Übungen und einer Laufstrecke. Bei einigen Regatten finden auch Mixed-Wettbewerbe für Jungen und Mädchen, Staffeln aus verschiedenen Altersklassen oder Spaßwettbewerbe mit Rückwärtspaddeln statt. Als weitere Sparte gibt es noch den Kanumarathon, bei dem Strecken zwischen 10 und 30Km auf nationaler Ebene absolviert werden, unterbrochen von kurzen Passagen, in denen an Land das Boot getragen werden muss.